Sein und Wesen

Die an das Proslogion sachlich und der Ausarbeitung nach auch zeitlich anschließenden Werke zum Wesen des Göttlichen,  'de veritate' und 'de libero arbitrio' und 'de casu diabolo' vor allem, werden durch die argumentativ im Monologion und Proslogion vorbereitete Struktur der Wesensbegriffe aus der Annahme des nicht negierbaren Seins vorbereitet, dem das Wesen in der Weise des seine Erkenntnis leitenden Maßes eignet.

Wie die folgenden Ausführungen zentral vom Kapitel 5 des Proslogion für einer Rückbindung an die Kriterien der Wesenheiten Gottes des Monologion darlegen, werden die "vielen Argumente" des  Monologion nicht durch das eine, das  umum argumentum ersetzt, sondern es gehen das quo maius cogitari non possit Arguemten und das melius esse quam non esse Kriterium  im Proslogion selbst eine beurteilungsleitende Erkenntnisverbindung ein, in der keine Formulierung die andere ersetzen, ohne deren Mitvollzug es aber auch keine Einheit im reflektierten Gottesgedanken geben kann. 

Die die Unabtrennbarkeit von Sein und Wesen wahrende Einheit in der Argumentbildung des Proslogion muß das Unlösbarkeit dieses Zusammenhangs von Widerlegung und Maßannahme achten und ihm eine Gestalt in der mitzuvollziehenden Struktur einer Glaubensvernunft geben, die über die Verknüpfungen der genannten Werke hinausreicht.

Ohne die von den Werkverknüpfungen Anselms her zu erschließende methodisch den Einsichtsweg führende Vereinigung der Argumente und Kriterien ist die für alle Theologie entscheidende Grundlage, dass für Gott Sein und Wesen für unabtrennbar zu achten sind, nicht annehmbar und in Geltung zu halten - weder für die Vernunft noch den Glauben.