Anmerkungen Monologion K 3 und K 4


Monologion K3

Das Durch-Sich macht ihre Gemeinschaft aus (es fungiert als Verhältnis des Grundes anstelle des Allgemeinbegriffs), nicht ihre Einzelheit.

Es sind viele, aber als durch sich Seiende – und allen so sind sie bestimmt – nicht verschieden. (Nur durch Raum und Zeitstellen, in einer abzählbaren Vielheit könnten sie als verschieden angenommen werden; diese kann aber dem, was allein durch sich selbst ist, nicht zuerkannt werden, wie sich später noch eigens zeigen wird. Hier aber ist diese Anschauungsbedingung von abzählbarer Vielheit noch nicht zur Geltung gebracht; das Argument stützt sich zunächst allein auf das reine Durch-Sich-Sein, ohne irgend durch anderes zu sein. – Frage nach dem Aufbau und der Folge der Argumente. Hat die Entgegensetzung, hat das Verhältnis zu Raum und Zeit seinen rechten Ort – Substanz, Widerstreit.)

Das Sein Geben - Ursprungs- als Schöpfungsverhältnis

i.U zu Ideen, die einander nicht das Sein geben (als einzelne, so daß sie in ihrer Gegebenheit wahrgenommen werden könnten), sondern das Vermögen in teilhabender Bedingung (und so das Sein nur als Vermögen): was sich ergibt, ist immer als Einstimmung und als Maß der Einheit von Ideen der Vermögen ...

Als einzelne in Vielheit abzählbar sind sie – in anschaulich vorgestellter Gegebenheit – immer durch anderes als sie selbst bedingt: in einem Verhältnis (Gegebenheits- in Rezeptivitätsbedingungen) des Wahrnehmbar- und Erinnerbarseins; nicht aber rein durch sich (Anschauungsform als Raum oder Zeit: einzelne Anschauung)

Das Durch sich muß aber das Selbstsein (=der Selbstheit) als einzelne begründen (ausmachen), darf keinen Gegensatz von Sein (Gegebensein) und Washeit erlauben. Also kann, was durch sich selbst es selbst ist, nicht vieles sein.

Was selbst durch sich selbst ist, kann nicht teilbar sein – folglich kann es kein Sein haben, das von seinem Wesen (seinem Wassein) abtrennbar wäre: sein Gedachtwerden kann keinen Gegensatz zur Anschauung haben, es hat keine Denkbarkeit als Möglichkeit der Wirklichkeit entgegen; sein Gedanke ist ein Erkennen, sein Denken ist anschauend spekulativ.

Einzige Bestimmung, nicht mehr anschaulich: Grund für anderes, es selbst zu sein.

 können (aus ursprünglichem Vermögen: sein Erschauen: als Idee, nicht mehr in einer Differenz des Angeschautwerdens als etwas, kein angeschauter Gegenstand, sondern Sein in der Schau (als Auge des Geistes, Dasein Gottes in der Einstellung ...)

- als ganze (nur analogisch gedacht  Ganzheiten): Durch sich selbst muß als ganzes durch sich sein – keine Washeit (oder Daßheit) außer durch sich (und wenn begriffen, erkannt, dann das Sein ganz durch das Was und das Was durch das Sein als es selbst ... das Was durch Was als dasselbe  in Unterscheidung nur als Bedingung und Ermöglichung: Stiftung, Gründung).

K 3 auf sie als einzelne achtend

K4 auf sie als Naturen achtend

muß die Betrachtung trennend durchführen


Einzelheit des Seins (als Einzelnes) und Washeit nicht trennbar. Dies muß a<ber in Auseinandersetzung mit dem es trennenden Denken (im Gebrauch als etwas und als vergleichbar, als verglichen mit ...) erst argumentativ erwiesen werden (widerlegend. Darum auch die Ansetzung von K 3 vom Einzelnen (als seind), und Natur (als Wesenheit) als eine oder viele in K 4.


Um als „Gottesbeweise“ gelesen zu werden (wie Röd u.a.), müßte eine Wesensaussage als Prämisse frei von setzenden (mitgesetzten) Seinsaussagen sein, damit dann ein Beweis des mitgedachtwerdenmüssen von Sein aus dem Begriff gültig und einsichtig für den erschlossen werden kann, der es noch nicht angenommen hat (=nicht als mit dem Begriff einhergehend, eingeschlossen gewußt hat: der Beweisgang kann nur ein Bildungsgang des Selbstbewußtwerdens in Erkenntnis des Begriffs sein, was Gott ist  was Ideen sind = was Gottssein heißt – was Gottsein in der Entsprechung heißt).

Gotteserweise ist nur als Widerlegung möglich, daß es sich um eine Existenzaussagenfreie Wesensaussage handelt. Im hymnisch preisenden ein Schein (Selbstlob, das sich im Gotteslob verseckt, eine Herrlichkeit, die freude macht: „Weil also gefällt, was gefunden wurde ... “) – Selbstkritsiche Prüfung und Berichtigung ist notwendig, um das Herrliche gerechterweise genießen zu dürfen (denn niemand will das Gute nur scheinbar; niemand darf als glücklich gepriesen werden, der nicht wahrhaft das wahre Glück genießt)

Einzelheits (Singularitäts-)bedingung – wenn nicht durch Gegebenheit neben anderem, nicht durch Anschauungsform, dann durch welche Operation in Vernunft und Urteilskraft (teilhabende Reflexion als Subjekt, als Person, als ich – in Geistigkeit des Selbstbewußtseins.)
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Was heißt, es gibt „eine Natur, die höchste von allem“? Sie ist als in diesem Vergleich uns als das Maß des Vergleichs im und für das Vermögen (der Urteilskraft) gegeben. Als Idee in Maßgeblichkeitsannahme.

Wäre der Beweis synthetisch, dann kann er nicht rein aus dem Begriff des Wesens geführt sein;

wäre er nur analytisch, dann hätte der Beweisgang nichts als die Bewußtmachung des im Begriff enthaltenen zur Aufgabe, also nur eine begriffsanalytsiche Bestimmung der unzureichend begriffenen=bewußten Bedeutung eines Begriffs und dessen fraglichem Gebrauch gegenüber. Als Begriff, der Existenz oder Sein mit zu seiner Bedeutung hat, kann er aber nur Begriff von Einzelnem sein und es muß zu seiner Form und den Bildungsgang der bewußtmachenden Bestimmung gehören, daß er aus seiner Gebrauchsform als Allgemeinbegriff herausgewunden wird und als Begriff eines einzelnen zugleich ein unbegriffliches ist, nicht nur ein nicht-begriffliches auch bedeutet, denn das ginge nur in der Synthesis des Urteils, nichts als Analysis des Begriffs. Als „indivuelles Allgmeines“ nur darstellbar in reflexion mit Kritik als Begrenzung des aussagenden Gebrauchs als prädikatbegriff (also notwendig mit Kant: Sein (als Existenz) ist kein reales Prädikat (ist der Wesensbestimmung im Begriff eines Gegenstands entgegengesetzt; Kategorie des Daseins braucht Anschauungsbestimmung (also auch Materie) im Gegebenheitsverhältnis).

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Zur Struktur der Begriffsbildung in den Argumentationsfiguren des Monologion

Das fast hymnische Einmünden der ersten 4 Kapitel des Monologion in ein wiederkehrendes „es ist etwas“ oder „es ist eine Natur, als das Höchste von allem, was ist“ prägt eine Formulierung ins Gedächtnis ein, die in ihrem Typos als Gegenstandschema fungiert und eine Erscheinungsgestalt für das Bewußtsein vertritt bzw. ersetzt (weil in keiner Erscheinung außer der Höchschätzung, die keine Erscheinung ist, sondern sich einer vergleichenden Beurteilung verdankt, vorhanden sein kann). Alles, was als das Einzelne des thematisch Gemachten festzuhalten ist, wird durch dieses Formulierung zunächst zusammengebunden (im Gedanken des summum omnium, das – als eine Natur ( K4) in ihrer Bestimmungsgestalt die Vergleichsbeurteilung mit anderem beinhaltet). Material bedeutsam ist darum in den ersten 4 Kapiteln, was durch die widerholte Prägung für das Denken von jedem etwas als eine Natur und in der Eigenart seiner Natur für es (in der Eigenart seiner Verhaltensverhältnisse) zusammengebunden wird: in K3 und K4 ist dies wesentlich die Einsicht, daß es sich bei einer Natur, die rein durch sich selbst und nicht durch anderes ist, sondern alles andere durch sie (seiend, was es ist), nicht um eine Vielheit handeln kann, sondern um ein einzelnes.

Damit kann sie auch nicht als durch eine Mehrzahl (gleicher oder ungleicher) zusammengesetzt gedacht werden, was sie ist, sondern (ganz) als durch sich selbst seiend, was sie ist, muß sei auch einfach sein. Doch ergibt sich die Einfachheit gegen das Zusammengesetztsein aus dem Vergleich mit den körperlichen Substanzen. Dies ist vom Ansatz des Guten selbst als Grund der Beurteilung von etwas als gut nicht schon im Blick (nicht schon thematisch). (Erst nach der Zusammenfassung der einfachen Wesensbegriffe in einer Subsistenz – Gebrauch des Substanzbegriff nach K 17 ff)

Beweisziel bis K4: summum omnium als ein etwas, das als eine Natur (und einzig in ihrer Art) gedacht werden muß.

K1 Es ist ein Etwas (unum aliquid) höchst gut ... das Höchste von allem, was ist.

K2 Etwas ist das Größte, Beste ... d.h. das Höchstes von allem, was ist.

K3Es gibt etwas (est aliquid) ... das das Beste und Größte ist und Höchste von allem, was ist.

K4a) Es gibt eine (und nur eine) höchste Natur.

b) Daher gibt es ... eine Natur, die durch sich ist, was sie ist ... das Höchste von allem, was ist.

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K5 Verhältnis zu allem (anderen) – durch (als Grund)

K6 Differenzierung von per und ex (Unterscheidung von Materialität als etwas, durch das Etwassein als eine Natur im Vergleich aufgenötigt)

Vorgriff auf K 15

Die einfache Vollkommenheit als Wesen kann aber die als höchste geschätzte Natur gerade nicht durch die Formulierung als „höchste Natur“ begriffen sein (die Natur, die Wesenheit, ist damit nicht begriffen); insofern ist der Gedanke der höchsten Natur nicht der Einfachheit angemessen, die von ihrem Wesen gedacht und begriffen sein müßte. Die Natur als die höchste von allem, was ist, hat in dieser Formulierung, durch die das Denken (im Gebrauch eines Vergleichs) sie hochschätzend als einzelnes und keinem Allgmeineren untergeordnet hält (in einem die Unvergleichlichkeit herauzustellen bestrebten Vergleichen, das durch die Vergleichsform aber nicht gelingt, nicht zureichend das nennt, was es selbst als es selbst in Unvergleichlichkeit sei, sondern eben noch als ein etwas und eine Natur „unter“ (=von) allem, was ist,) keinen eigentümlichen Wesensbegriff, keine Erkenntnis als einfach für das Bewußtsein.

Als etwas unter anderem wurde ihr Gedanke auch in K1.7 eingeführt:

es ist gut; und weil alles Gute durch es gut ist, ist es durch nichts anderes als sich selbst gut (was es ist). Das Gutsein wird dann auf das hin erweitert, was es ist (bis zum Sein). (hat ein Grundverhältnis, ein Durch-Sein in der Güte als erkennbar, als Wesenseigenschaft: Wesen bleibt in Erkennbarkeit gehalten, unter Erkennbarkeitsbestimmung – Möglichkeit, die wirklch sein muß: Selbstbewußtwerdung des Erkennenden in dem, was er im Vergleichsverhalten als das Unvergleichlich in Maß und Grund auch seines Handlungs- und Entscheidungsvemögens in der Beurteilung hat).

-gut durch sich, gut durch anderes im Vergleich  höchste Natur als ein Gut, als das höchste Gut (von allen Gütern  was wir als ein Gut haben, genießen ... )

Ein Begriff des Einfachen kann sich dem beurteilend vergleichenden Denken im Festhalten der Einzelnheit aus der Höchstschätzung nur als Gehalt / Wesensgehalt ergeben, wenn dieses als Reflexion die Wahrung der Unvergleichlichkeit mit anderm für die Gehaltsform der Begriffsbedeutung mitvollzieht: die Gutheit, Würde, Gerechtigkeit, das Sein (Bestand, Subsistenz las durch sich seiend, was es ist) etc. nicht mehr durch die Höchstheit im Vergleich mit anderem unter der Gebrauchsform von Güte etc. als Allgmeinbegriff annimmt, sondern das unvergleichlich Einzelne von Washeit (im Begriff) als Geltungsentscheidung des Selbstseins (so in gewisser Weise das Durch-Sich in Entscheidung, was es selbst als es selbst sei, damit es so höchstgeschätzt sein und gehalten bleiben kann, mitvollziehend) im Vergleich mit seiner eigenen Unmöglichkeit, mit seinem Nichtsein als solches, als es selbst, als Was, als Wesen und Substanz.

Unbedingt und schlechthin und durchgängig besser es selbst in einer Washeit zu sein, als nicht es (es selbst, ein solches) zu sein, wird dann (als „melius ipsum quam non ipsum“) zur begleitenden Reflexionsstruktur in Funktion als Kriterium für die Wesenserkenntnis des einfachen Begriffs im Haltenkönnen als einzeln.

Daß sich mit dieser Struktur des reflexiv auf das Vergleichsbeurteilen mitvollzogene Selbstvergleich mit der eigenen Nichtwirklichkeit (Nichtgeltung, Nichtangenommensein als Maß) aber eine Mehrzahl nun von einfachen Begriffen (Ideenbegriffen) einstellt, die sich jeweils mit der ausgeschlossenen Negation des Nicht-es selbst als Bedingung des Könnens im Festhalten begreifen und von daher ihre Geltungsnotwendigkeit für das Unbedingte als einzelnes, unvergleichliches und festzuhaltendes (als Maßgeblich im Grund für alles als gut und gerecht und wahrhaft seiend schätzbar Seiende annehmbare)

Da also der Bezug auf das andere mit der Bemessung als Grundverhältnis für das Seinkönnen als beurteilend erkannt erhalten wird, mußte das Grund- und Ursprungsverhältnis vor und für die Erkenntnis der Maßannahme, die sich nur in der wirklichkeit der Urteilskraft im Gebrauch vollziehen und darstellen kann, herausgearbeitet worden sein: darum hat die Schöpfungsreflexion und die Erörterung der cratio ex nihilo mit der Unterscheidung von per und ex im Verhältnis von höchster Natur und allen Dingen, die durch sie, nicht aus ihr sind, was sie sind (in Beurteilungserkenntnis des Was nach Maß dessen, was nur in solchen Maßbegriffen des Selbstseins als durch sich selbst seiend, was es ist, mitvollziehend gedacht und denkend also erkannt sein kann = können muß) ihren Ort im Gefüge der Argumentation vor der Darstellung des Verhaltens der höchsten als einfacher Substanz der Subsitenzform der Dinge als anschaulich vernehmbarer gegenüber. Denn damit wird zugleich die unterscheidung der Vernunfterkenntnsi in der reflektierenden Urteilskraft für das Festhalten als einfach und einzeln für das vorbereitet, was als es selbst noch immer für die intellektuelle Zusammenfassung der Vielheit der einfachen Wesensattribute als „höchste Natur“ (in relativem Begriff) genannt werden muß (um auf es als einzelnes, thematisches zurückkommen zu können).